Jeder hat heutzutage eine Kamera. Eine digitale Kompaktknipse, ein Fotohandy, Großvaters Mittelformat und viele andere mehr oder weniger technisch aufwändige Geräte befinden sich heute in unserem täglichen Gebrauch. Und da liegt der Hase im Pfeffer: Bei Tag kann jeder seine Umgebung im Bild festhalten und die Millionen von Urlaubsfotos, die sich in virtuellen Galerien auf Onlinecommunitys stapeln, zeugen davon, dass dies auch von vielen unentdeckten Talenten Tag für Tag versucht wird.Was aber passiert, wenn der Tag endet? Die Nacht ist naturgemäß so etwas wie der Erzfeind der Fotografie: Wenig Licht, das Quentchen Photonen, das gerade noch durch die Gegend schwirrt, reicht meist nur bei Langzeitbelichtungen für akzeptable Abbildungen, noch dazu muss man sich dann meist mit verfälschten Farben, Verwacklern, Reflexionen und dergleichen mehr herumärgern.Kurzum: Die Idee, gerade in der Nacht zu fotografieren, scheint auf den ersten Blick wie brutale Selbstgeißelung. Aber wie immer ist alles eine Frage des Standpunktes.
Auf der Habenseite bei solch einem Projekt stehen die merkwürdigsten Lichtstimmungen, die man im Mischlicht aus Natriumdampflampen, Neonröhren, Baustrahlern und Xenonlicht festhalten kann. Mondlicht, Scheinwerferlicht, Kerzenlicht, selbst das Leuchten der Sterne reicht unter bestimmten Bedingungen aus, eine Szenerie aus der Nacht auf Film zu bannen und in unsere Welt des Tages hinüber zu retten.
Inzwischen haben wir aus dem immens angewachsenen Bildmaterial eine auf wenige, unser Ansicht nach die besten, Bilder reduzierte Auswahl getroffen. Diese Fotos sollen nun in eine sorgfältig erstellte Diashow eingearbeitet werden, die dann mit eigens komponierter Musik unterlegt wird. Das fertige Projekt wird dann voraussichtlich im Sommer im Rahmen einer “Nachtfeier” der Öffentlichkeit präsentiert. Für die Nachbearbeitung der Bilder und die Erstellung der Diashow zeichnet Boris Ackermann verantwortlich, für die Musik Wolfgang Völkl.
