Das Format geht aus der Jazz Szene hervor, 1985 wurde erstmals ein “Poetry Slam” in Chicago von Marc Kelly veranstaltet. Der Grundgedanke des “Slammens” (wie bei der musikalischen Jam Session) besteht darin, mit einem offenen Mikrofon möglichst vielen Leuten die Möglichkeit zu geben, ihre Texte darzustellen und damit dem Publikum eine große und bunte Palette interessanter Inhalte zu bieten – die Unberechenbarkeit macht mit den größten Reiz der Veranstaltungsreihe aus, man weiß nicht, was einen erwartet.
Am Ende kürt dann nicht etwa eine ausgewählte Jury den Sieger, das Publikum selbst entscheidet, wer seinen Text am überzeugendsten vorgetragen hat.
5. Poetry Slam
22. Mai 2010, Sport Bavaria
Sprache und Melodien, Poesie und Musik, alles bei frühsommerlichen Temperaturen unter freiem Himmel – anlässlich des 5. Geburtstags des Sport Bavaria wurde die Obere Wehd zum Schauplatz eines rundum gelungenen Straßenfests.
Schon am frühen
Nachmittag folgte manch neugieriger Blick Vorübergehender den Aufbauarbeiten, denn nicht nur die Sonne versprach einen lauschigen Abend. Mit Poetry Slam, Livemusik, Barbeque und Public Viewing sollte für jeden Geschmack etwas geboten sein – ein Konzept, das wohl kaum besser hätte aufgehen können.
Bereits zum vierten Mal hatte sich Wirt Martin Tabor mit den Veranstaltern vom Künstlernetzwerk „kunstamtisch“ zusammengetan, um vor Ort eine eigene Version des inzwischen weltweit stetig an Popularität gewinnenden Dichterwettkampfes Poetry Slam auf die Beine zu stellen. Dabei treten Poeten mit kurzen, selbst verfassten Texten nacheinander vor ein Publikum, welches hinterher nach Applausstärke einen Sieger kürt. Obwohl man auf die Erfahrungen aus zuvor schon vier Altdorfer Poetry Slams – der erste hatte im Leibniz-Gymnasium stattgefunden – aufbauen konnte, präsentierte sich der erste Slam unter freiem Himmel dem Organisationsteam um Bernd Macht als ganz neue Herausforderung. Doch auch wenn der Funke zwischen Poeten und Publikum manchmal nicht ganz übersprang, die knisternde Spannung des engen Raumes der letzten Slams auf dem offenen Platz nicht ganz so aufkam wie zuletzt – die Zuhörer konnten eine abwechslungsreiche Mischung aus Texten und Performances ganz unterschiedlicher Stilrichtungen erleben. So hatte beispielsweise Dennis Langer aus Eggloffstein mit insgesamt vier Texten aus seiner nimmer endenden Saga des „Herrn von Runkenstein“ die Lacher auf seiner Seite. Wie schon auf dem letzten Slam konnte auch die Karlsruherin Katharina Helter alias „Jazzkeks“ das Publikum einnehmend für sich begeistern. Selbst wenn es die junge Poetin Tabea Reinelt aus Karlsruhe letztlich nicht ins Finale schaffte, ist ihrer ebenso metaphernreichen wie humorvollen Epik herausragende Qualität zu attestieren. Dass Nils Rusche und Andy Strauß, zwei der ganz Großen der Poetry-Slam-Szene in Deutschland, in Altdorf bereits eine eigene Fangemeinschaft haben, war schon aus den letzten Jahren bekannt, dennoch zogen beide auch in dieser Auflage das Publikum von neuem auf ihre Seite. Besonders Andy Strauß’ mal surrealer, mal psychologisch abgründiger, dabei jedoch stets hintergründiger und vor allem hinreißend komischer Stil machte wieder einmal deutlich, woher die breite Faszination für diese Art des Dichterwettkampfes stammt. Am Ende klatschte ihn das Altdorfer Publikum verdient zum ersten Einzelsieger des Altdorfer Slams, als Siegestrophäe erhielt der auf der Bühne Erblühte eine Blume im – eine sinnige Idee – zuvor vom Publikum bemalten Topf.
Während es für viele Fußballfans dann Zeit wurde, sich der Großleinwand und dem Abschied des FC Bayern von allen Triple-Träumen zu widmen, konnte man außen bei nach wie vor angenehmen Temperaturen dem technisch hervorragenden und die stimmungsvolle Atmosphäre perfekt abrunden Jazz der Gruppe „Fe Fi Fo Fum“ lauschen, ein Kontrastprogramm, das manchen zeitweise sogar das Champions-League-Finale vergessen ließ. Bis in die Nacht hinein konnte man hier bei einem kühlen Bier oder einem Glas Wein den wohl ersten echt frühsommerlichen Tag des Jahres ausklingen lassen. Viele Nachtschwärmer fanden danach noch den Weg ins Brauhaus, wo zu den Fertigkeiten von „k.u.k.-Anarchie“ an den Turntables getanzt und gefeiert wurde.
Wirt Martin Tabor hatte zuvor schon allerlei Dank an wichtige Freunde und Unterstützer in den letzten fünf Jahren ausgesprochen; welch wichtige Rolle das Sport Bavaria im Kultur- und Kneipenbetrieb der Wallensteinstadt inzwischen einnimmt, brachte nicht nur Bürgermeister Erich Odörfer in seinem Grußwort zum Ausdruck. Zwischenzeitlich feierten einige Hunderte mit dem Wirt und seinem Team den rundum gelungenen Geburstag einer einzigartigen und aus Altdorf nicht mehr wegzudenkenden Kneipe.
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4. Poetry Slam
30. November 2009, Sport Bavaria
Drei sind einer zu wenig, daher: Poetry Slam 4! präsentiert von Sport Bavaria, Carsten’s Fahrschule und der Buchhandlung Lilliput
Wenn hochkarätige Poeten
aus ganz Deutschland einen Abend lang das Altdorfer Publikum mit lustigen und ernsthaften Texten verzaubern, dann kann das nur einen Namen haben: Poetry Slam. Bereits zum vierten Mal lud das Künstlernetzwerk kunstamtisch zum bewährten Konzept und verwandelte mit der Unterstützung von Carsten’s Fahrschule und der Buchhandlung Lilliput das Sport Bavaria für einen Abend in ein Zentrum moderner Sprachkultur.
Scheinbar hat es sich herumgesprochen, dass der Altdorfer Poetry Slam immer ein ganz besonderes Erlebnis ist, schließlich war die Veranstaltung schon Tage zuvor restlos ausverkauft. Entsprechend groß waren auch die Erwartungen bevor der literarische Abend endlich begann. Acht Poeten, die von Münster bis Augsburg extra nach Altdorf gereist waren, bemühten sich in zwei Runden mit ihren selbstgeschriebenen Texten um die Gunst des Publikums. Auch drei Altdorfer hatten sich angemeldet und hofften den Heimvorteil für sich nutzen zu können.
In der ersten Runde trat mit Lauren Weser gleich die erste Altdorferin ans Mikro, die mit einem Gedicht über die Sehnsuchtsverarbeitung in Beisein der Hefeteigmischung „Hermann“ das Publikum zu unterhalten verstand. Der Egloffsteiner Dennis Langer hatte mit zwei Texten aus seiner inzwischen mehr als 200teiligen Sammlung von Geschichten über den etwas wunderlichen Herrn von Runkenstein ebenfalls die Lacher auf seiner Seite. Ins Finale klatschte das Publikum jedoch zwei andere, den „großen Schüttelreimprosaiker“ Lasse Samström, einen der Bekanntesten der Poetry-Slam-Szene, aus Augsburg und die gerade vortragstechnisch wirklich großartige Katharina Helter alias „Jetkeks“ aus Karlsruhe.
Kaum passender hätte sich die zweite Runde zusammensetzen können, schließlich standen mit Andy Strauß und Tilman Döring zwei der bekanntesten Slam-Poeten Deutschlands dem Teilnehmer aus dem Organisationsteam, Bernd Macht, und dem Altdorfer Wolfgang Frickert, der zum allerersten Mal an einem Slam teilnahm, gegenüber. Gerade letzterer wusste mit einem satirischen Text über den Altdorfer Marktplatz, dargeboten in herrlichster hiesiger Mundart, die Altdorfer zu begeistern, auch wenn es für den Einzug ins Finale nicht ganz reichte. Den sicherte sich neben dem gewohnt gleichermaßen großartig wie verstörenden Andy Strauß aus Münster der zwanzigjährige Darmstädter Tilman Döring.
Zwischen beiden Runden und vorm Finale sorgte das stadtbekannte Multitalent „Chicken“ mit seinem „Playmate“ Moni Langer für musikalische Hintergrundbeschallung, die das literarische Programm angenehm auflockerte.
Nach den beiden Vorrunden, die selbst für den sowieso immer sehr niveauvollen Altdorfer Slam außergewöhnlich dicht an Qualität und Spannung waren, stand die entscheidende Finalrunde auf dem Programm, die von Lasse Samström mit einem bereits zwölf Jahre alten Text über die Eigenarten des bäuerlichen Ehelebens eröffnet wurde. Katharina Helter gefiel mit einem humorvollen, aber auch tiefgängigem Text über die Jahreszeiten, und das Publikum fragte sich zu recht, ob Tilman Döring und Andy Strauß diese beiden Auftritte noch würden überbieten können. Doch Döring gelang es – wie schon in der Vorrunde – das Publikum mitzureißen und zu langem und lauten Klatschen zu animieren. Und als Andy Strauß als Abschließender des Finales einen Text über ein Telefonat mit den Eltern, die sich gerade ein Wohnmobil zugelegt haben, präsentierte, gab es kein Halten mehr: langer, tosender Applaus war die Folge, der die Moderatoren Wolfgang Völkl und Simon Reuter in Absprache mit dem Publikum dazu veranlasste, einen Doppelsieg auszurufen. Tilman Döring und Andy Strauß durften als Sieger des 4. Altdorfer Poetry Slams die formschönen Kunstamtisch-Trophäen mit nach Hause nehmen.
Der eigentliche Sieger war jedoch das Publikum, denn ein derart spannendes, unterhaltsames und witziges Event erlebt man wirklich nicht aller Tage. Man kann Martin Tabor vom Sport Bavaria und den Veranstaltern wohl wirklich nur gratulieren und auf eine frühestmögliche, fünfte Wiederauflage hoffen.
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3. Poetry Slam
30. Januar 2009, Sport Bavaria
Ein wunderschöner und gelungener Abend mit 12 hochkarätigen Poeten, die mit verschiedensten Texten (von Liebesgedichten über die fünfaktige Ausbildung eines Poeten in Goethes Manier bis zu DaDa in seiner reinsten Form) ein niveauvolles Programm auf die Beine zu stellen wussten. Anwesend waren ca. 70 Leute, etwas weniger als beim letzten Slam, was weniger auf Mangelndes Interesse als vielmehr auf die strikte Begrenzung der Eintrittskarten zurückzuführen ist. Tat dem ganzen sehr gut, das Bavaria war gut gefüllt, keineswegs aber überfüllt: Gemütlichkeit war zu jeder Zeit gegeben. Großen Anklang fand insbesondere das Rahmenprogramm in Person von Biggi Middlemiss, die mit spontanem Charakter, vor allem aber mit enormer Stimmgewalt zu überzeugen wusste. Lobende Worte fielen auch für die Organisation, die Moderation und vor allem die tolle Location.
In zwei Runde traten jeweils sechs Poeten gegeneinander an, interessant war dabei, dass diese zu 50% aus Altdorf selbst kamen, einen solchen Schnitt kann wohl kaum ein anderer Slam vorweisen. Teilnehmer waren: Nils Rusche (Bamberg), Dietrich Gerstenhauer (Altdorf), Anne Schreyer (Altdorf), Benjamin Reichstein (Betzenstein), Philipp Weiß (Altdorf) und Felix Röser (Altdorf) in Runde 1 sowie Martin Geier (Weissenburg), Jan Hörsch (Bayreuth), Philipp Scharrenberg (Stuttgart), Lauren Weser (Altdorf), Bernd Macht (Altdorf) und Wolfgang Tischer (Bamberg) in Runde zwei.
In Runde 1 konnten sich Benjamin Reichstein und Philipp Weiß durchsetzen, in Runde 2 waren es Philipp Scharrenberg und Lauren Weser. Damit wurde die Altdorfer Tradition, dass erfahrene, erfolgreiche Slam-Poeten von überall und jüngere, weniger erfahrene Altdorfer Poeten gleichermaßen zu begeistern wissen und so ein ausgeglichenes Finale ermöglicht wird, fortgesetzt. Kurios wurde es dann allerdings, als einer der Finalisten vor dem Finale (wohl auf Grund des Nichtvorhandenseins eines zweiten Textes) die Veranstaltung fluchtartig verließ, sodass es zu einem Dreier-Finale kam. In diesem wussten alle drei Poeten noch einmal zu glänzen, wobei vor allem Lauren Weser und Philipp Scharrenberg das Publikum für sich zu gewinnen vermochten. Am Ende kam es – wie so oft auf Altdorfer Slams – zu einem Doppelsieg dieser beiden, die als Preis dann den begehrten kunstamtisch-Bonsai-Baum als Trophäe mit nach Hause nehmen durften.
Dank gilt Martin Tabor und dem gesamten Bavaria-Team für Zeit und Raum, Carstens Fahrschule für die Unterstützung, der Sparkasse Nürnberg für Flyer und Plakate und der Buchhandlung Lilliput für den Kartenvorverkauf und die Mittel.
Durch und durch also ein erfolgreicher, niveauvoller und begeisternder Abend, den Poeten wie Zuschauer gleichermaßen zu genießen wussten und der Lust auf mehr macht – wie immer heißt es am Ende: Das wird wohl mit Sicherheit nicht der letzte Slam in Altdorf bleiben.
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2. Poetry Slam
14. Dezember 2007, Sport Bavaria
Bereits zu zweiten Mal in diesem Jahr lud kunstamtisch Zuhörer und Textende zum Wortgefecht, wobei der Wettkampfcharakter auf ein Minimum reduziert wurde: Der Abend sah vier “Sieger” – vor allem aber nahezu vier Stunden beste Unterhaltung.
Wieder verlockte die Mischung aus lokalen Poeten und erfahrenen Performern mehr als 80 Zuschauer zum Zuhören und Applaudieren. Und so eröffnete vor vollem Haus Telhaim, Freestyle-Lyriker aus Frankfurt, mit seinem Rahmenprogramm die Bühne und wärmte sie mit einem gewaltigen Wortfeuerwerk für die folgenden Poeten vor:
Pauline Füg bechrieb, reich bebildert, eine einsame Insel und zeigte mit ihrem Text von Bildern und wenigen Worten, weshalb sie bereits dreimal am National Slam teilnehmen durfte. Lauren Weser aus Altdorf, bereits im März auf der Bühne, stand dem mit ihrem pointierten Texten über Entäuschung, Vergessen und Liebe zum Weihnachtsmann in nichts nach, aus der ersten Runde zogen beide ins Finale ein. Anne erlebte als lokale Dichterin ihr Bühnendebüt mit einem von “Wir sind Helden” inspirierten Text über Selbstverwirklichung im Sollen und Müssen, Organisator Simon Reuter berichtete über Gemeinsamkeiten die er mit Menschen feststellt die er eigentlich nicht kennen möchte und Dichterin Isi verwirrte unterhaltsam mit ihrer Sucht nach Leben.
Nach dieser gehaltvollen ersten Runde demonstrierte Telhaim eine halbe Stunde lang, wie gut er seine Technik beherrscht und baute spielerisch komplexe Reimgebilde aus Worten, die ihm die Zuschauer zuwarfen: von Sozio-Anthropologie über Lindenstraße bis Penisblumenstrauß waren offensichtlich auch nach der Pause noch alle Altersgruppen vertreten – die zweite Runde konnte beginnen.
Felix Röser, Schüler am Leibniz Gymnasium leitete tiefgründig mit der gereimten Frage nach dem Sinn des Todes ein und schloß mit wüstem Schüsselfegen. Überhaupt entpuppte sich die zweite Runde als lauter und in weiten Teilen absurder als die erste, mit Ausnahme von Schlumpf aus Erlangen, der für seinen eindringlichen Text über das Abschied Nehmen mit dem Einzug ins Finale belohnt wurde. Andy Strauß wurde für seinen Liebesbrief aus der geschlossenen Anstalt und dem Wunsch nach mehr Süßigkeiten beim Einbrechen in ihm wohlbekannte Wohnung ins Finale geklatscht, Martin Geier leitete von Liebesbriefen dann über zu erotischer Literatur, die nicht zu bändigende Erregung endete jedoch schmerzhaft mit einem Zehenbruch.
Nachdem die Poeten im Finale versuchten, sich nocheinmal selbst zu überbieten, konnte sich Moderator Christian Macht schnell mit dem Publikum darauf einigen, alle Texte gleichermaßen zu würdigen, Andy Strauß gab abschließend eine Gute-Nacht-Geschichte zum Besten.
Kurz vor Jahresende lieferte kunstamtisch mit dem Poetry Slam Unterhaltung für Freunde des gesprochenen Wortes. Möglich wurde dieser Abend aber nicht zuletzt dank der großzügigen Unterstützung von Carstens Fahrschule, der Sparkasse Nürnberg sowie der Buchhandlung Lilliput.
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1. Poetry Slam
1. März 2007, Leibniz Gymnasium Altdorf
Der am 1. März im Leibniz-Gymnasium veranstaltete erste Altdorfer Poetry Slam, bei dem neben zahlreichen Schülern auch nationale Szenegrößen auftraten, wurde von den knapp 100 Zuschauern begeistert angenommen.
Schon die Auswahl der Gäste versprach für Kenner einen
spannenden Abend: Pauline Füg, Christian Ritter, Michael Jakob sowie 3 Poeten aus Paderborn begeisterten das Publikum unter anderem mit einer Liebeserklärung an den ewig 16-jährigen Justus-Jonas, philosophischen Betrachtungen in einem “Cafè” – wo sich Liebe unter dem falsch gesetzten ‚accent grave’ trifft – und dem letzten, gerade noch akutellen Jahresrückblick.
“Sex oder Lyrik?” – der fragestellende Poet bekam ein lautes “Lyrik!” zu hören, der Anspruch an den Inhalt wurde gerade auch von den vortragenden Schülern erfüllt: Dank eines zuvor angebotenen Workshops traten 6 Schüler des Leibniz mit den erfahrenen Slammer an. Mit sozialkritischen Texten gegen Kommerz, Hektik und “Weltverwirrer” trugen sie erheblich zum hohen Niveau des Abends bei und ernteten viel Applaus. Trotz der fehlenden Erfahrung waren im Finale Simon Reuter und Hannes Scharrer mit den langjährigen Slammern Pauline Füg und Christian Ritter gleichauf. Simons Appell an den Durchschnittsschüler im Einheitsbrei folgte Christian Ritters brilliante Analyse über das Erwachen im einem fremden Haus. Pauline Füg trug einen sehr tief gehenden Text über Verlust und persönliche Grenzen vor, Hannes’ Gedichte beschrieben zwar ebenso Leute in Lebenskrisen, jedoch mit mehr Humor: Er folgerte, dass Schüler keine Spatzen sind und forderte den Mund aufzumachen, um nicht eines Tages Marmelade auf seine Waschmaschine schmieren zu müssen, weil der Bäcker sich vertan hatte. Verdient gelang es Hannes dann, vor Christian Ritter den Slam zu gewinnen, was angesichts des hohen Niveaus eine starke Leistung darstellt. Die hohe Qualität der Texte machte es dem ohnehin klatschfreudigen Publikum schwer, exakte Sieger zu ermitteln, was aber wohl kaum als Manko gesehen werden kann.
In den Pausen unterhielten Wolfgang Völkl und Daniel Bald mit improvisierter Musik und, unter anderem, absurden Auszügen aus fiktiven Tagebüchern Mozarts. Beide sind, wie der Veranstalter Christian Macht und der ausstellende Kunststudent Max Geyer, Teil des neu gegründeten, offenen Künstlernetzwerks Altdorf-Nürnberg, das über www.kunstamtisch.org zu erreichen ist. Christian Macht, der auch als Moderator durch den Abend führte, dankte der Sparkasse und der Buchhandlung Lilliput für deren Unterstützung und zeigte sich sichtlich zufrieden mit dem Abend: „Ich habe viel Feedback bekommen, teilweise von Schülern, die durch den Slam wieder angefangen haben zu schreiben!”, so Macht, “Das wird bestimmt nicht der letzte Poetry Slam in Altdorf gewesen sein.”